Kristine Bilkau – Die Glücklichen

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Sein Leben besteht aus Etappen, die vor allem davon geprägt sind: ständig zu spät zu kommen. (…) Zu spät, um an seinen Beruf glauben zu dürfen, ohne Angst vor Zahlen und Umstrukturierungen. Wie gut hatten die alten Kollegen es noch. Sie strahlten diese Sicherheit aus, den richtigen Job gewählt zu haben.

 

Handlung

Isabell und Georg führen ein vorbildliches Leben: Sie sind glücklich verheiratet, das Einkommen der Cellistin und des Journalisten reicht für die Miete einer schicken Stadtwohnung und seit einiger Zeit vervollständigt Sohn Matti ihr gemeinsames Glück. Doch bei Isabells Rückkehr in’s Berufsleben ergeben sich plötzlich Probleme: Der Cellestin zittert während ihres Solos die Hand. All ihre Bemühungen dies unter Kontrolle zu halten scheitern, und so erweitert sich das Zittern ihrer Hand schnell auf ein Erzittern ihrer gesamten Karriere. Auch Georg hat bald mit beruflichen Problemen zu kämpfen: Der Verlag verkauft die Zeitung, bei der er arbeitet, und mit einem Mal ist die Zukunft der kleinen Familie ungewiss. Die finanzielle Krise mutiert schnell zu einer Zerreißprobe für das Paar.

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Nickolas Butler – Shotgun Lovesongs

Shotgun LovesongsManchmal nahmen wir auch Mädchen mit, nach oben auf die Mühle, aber meistens waren wir unter uns. (…) Dort oben auf der Spitze der alten Getreidesilos aus Holz und Zement suchten wir uns einen Fleck, wo wir uns auf den Rücken legen und in den Sternenhimmel starren konnten, wo wir Bier tranken, große Töne spucken oder einfach nur träumen konnten. Unten lag Little Wing, unsere Stadt. (…) Und wir machten uns alle regelmäßig über die Stadt lustig, sprachen davon, wegzugehen, irgendwohin, egal wohin, Hauptsache, wir blieben nicht hier. Wir waren davon überzeugt, dass in der Stadt zu bleiben bedeutet hätte, dass wir Versager waren, Bauerntrampel – aber wer zum Teufel weiß schon, was wir damals in diesen Nächten genau dachten.

 

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Karen Duve – Regenroman

Es ist mirRegenroman ein besonderes Anliegen in diesem Blog auch Raum für ernstzunehmende weibliche Autorinnen zu schaffen, die nicht die »typisch weibliche Unterhaltungsliteratur« produzieren, und die es in der Regel schwerer haben gelesen zu werden. Denn es ist allgemein bekannt, dass Frauen durchaus männliche Literatur lesen, dies aber umgekehrt eher selten der Fall ist. Neben Marlene Streeruwitz, Christa Wolf oder Virginia Woolf, zähle ich auch Karen Duve zu  einer bedeutenden Schriftstellerin unserer Zeit. Mit Regenroman widme ich mich heute ihrem Romandebüt aus dem Jahr 1999. Weiterlesen

Albert Cohen – Die Schöne des Herrn

Cohen»O Anfänge, Küsse der Anfänge, Abgründe ihrer Schicksale (…).

O Anfänge, o Küsse, o Lust der Frau am Mund des Mannes, Säfte der Jugend (…).

O Anfänge, Nacht der ersten Küsse.

O Anfänge, junge Küsse, Liebesfragen, absurde und eintönige Fragen (…).

O Anfänge, zwei Unbekannte, sich plötzlich auf wunderbare Weise erkennend (…).«

Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Roman durch dessen Besprechung im Literaturclub am 16. Oktober 2012. Von Elke Heidenreich als eines der schönsten Bücher gelobt, die sie bisher gelesen hatte, war mein Interesse geweckt. Und tatsächlich: Hier findet sich eine Liebesgeschichte so anrührend und erhebend, so traurig und zerstörerisch zugleich. Weiterlesen